Der Tod der Karteileiche

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Volker Resing hat mit dem Buch  “Die Kanzler-Maschine – Wie die CDU funktioniert”  im Jahr 2013 die selbe Thematik wie in  “Eine Frage der politischen Hygiene – Provinzpolitiker unter sich”  (siehe http://www.edition-infopress.de) aufgegriffen.

“Früher war die Mitgliedschaft an sich ein Wert und ein sozialer Akt, heute gilt eine Mitgliedschaft ohne Aktivität als unnütz. Auch in anderen Vereinen und Verbänden gibt es dieses Phänomen. Kurz gesagt erfährt die sogenannte ‘Karteileiche’ keine Achtung mehr”, und damit hat er verdammt recht.

“Deswegen wird ein ‘Ausbrechen aus der Hinterzimmer-Kultur’ angekündigt, auch ‘modernere Räumlichkeiten’ wünschen sich die Parteistrategegen. ‘Kaffee satt Bierkneipe’”. Aber das “Angie, Angie” ist es ja wohl auch nicht! “‘Mal bin ich liberal, mal bin ich konservativ, mal bin ich christlich-sozial – und das macht die CDU aus’. Ein typischer Merkel Satz. Die Partei ist zwar in der Tat ‘mal so, mal so’, aber für den Zuhörer klingt es recht wankelmütig.”

Die Kohl-Zeit ist zur Endlosschleife verkommen. Ulf Poschardt von der “Die Welt” schreibt: “Es fehlen die große Erzählung für ein modernes bürgerliches Projekt. Wer die in den Städten nicht erzählen kann, dem hört man bald auch auf dem Land nicht mehr zu.”

Auch Oswald Metzger beklagt das und sagt, daß die Union zu “farb- und konturenlos ist. Obwohl die Union programmatisch unter Angela Merkel so viele Kurswechsel vollzogen hat, wie keine andere Partei, wirkt sie altbackener als andere. Die CDU stehe  trotz ihres Marketinglabels nicht mehr mitten im Leben”.

Mehr oder weniger ist das so, wie  bei der Hase-und Igel-Geschichte: Merkel ist schon da. Resing meint zu recht, daß wenn Merkel von der Finanz- und Wirtschaftskrise berichtet, über die Stabilisierung des Euros räsoniert und mehr oder weniger mit der Rettung  der Welt beschäftigt ist, sie das nicht stört.  Der eigene Bürgersteig ist dem Bürger näher als manche holprige Straße, die nach Straßburg oder Brüssel führt.

Siehe auch http://www.edition-infopress.de

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